Reiseberichte

Chammi

Chammi nahm den Grosseinkauf sehr dankbar entgegen. Kurz vor unserem Besuch kam eine verzweifelte sms. Sie sei in Spitalpflege gewesen und manchmal würde sogar das Essen fehlen. Die Nähmaschine sei kaputt und sie könne ihre Arbeit nicht fristgerecht erledigen. Für „nur“ Rs. 25 000 könnte sie zwei gute gebrauchte Maschinen erstehen.

Bei unserem Besuch offenbarte sich das ganze Ausmass. Nachdem ihr Ehemann aus dem Ausland zurückgekommen war, ging es wieder rapide bergab, er war auch derjenige, der sie spitalreif geprügelt hatte. Der Vater, der bis anhin auf dem Grundstück einen Laden betrieben und in einem kleinen Zimmer neben dem Laden gewohnt hatte, zog zu einer weiteren Tochter ins Hochland, und auch die Geschwister wandten sich alle von ihr ab.

Ob dies nicht genug sei!?? Verdankens werter Weise haben wir von verschiedenen Seiten gehört, dass er sehr lieb mit seiner Tochter umgeht. Er wohnte der Unterhaltung bei, und die Kleine kuschelte sich an ihn.

Da ihre Familie nun weg sei, sei das Problem gelöst, und wenn sie wieder eine funktionierende Maschine hätte, könnte sie neu beginnen.

Chammi in ihrem Laden

Die neuen Maschinen für Chammi

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Problem sei nicht gelöst, das würde da sitzen, und ich zeigte auf ihren Mann. Der grinste dümmlich und ich konnte nicht mehr an mich halten. Seine Frau zu prügeln, sei nichts Ehrenhaftes und schon gar kein Grund, dümmlich zu grinsen! Hatte ich ihn bislang ignoriert und ihm auch die Hand verweigert, sprach ich ihn diesmal direkt an. Wir würden in erster Linie Unterstützung an Witwen leisten, und Chammi sei seit fünf Jahren seine Frau. Bei jedem Besuch hätte sie weniger Zähne, und was für eine traurige Gestalt er sei, dass Fremde aus dem Ausland kommen müssten, um ihr zu helfen. Anstatt sie zu unterstützen, habe er sie nur ins Elend gestürzt.

Seit er da sei, sei Michel nicht mehr Willens, eine einzige Rupie an Chammi zu geben, und das Geld der letzten Jahre sei aus meiner Tasche geflossen, und ich müsse nicht zu knapp dafür arbeiten. (Was bin ich in solchen Situationen stolz auf meine zwei Reihen Schwielen an den Händen, die ich wohl zeitlebens nicht mehr loswerde……… ;-) )

Danach sprach ich nur noch mit Chammi. Ich würde ihr die Rs 25 000 für die zwei gebrauchten Maschinen geben, bzw. auf dem Weg nach Colombo diese in Tangalle bar bezahlen. Es sei die allerletzte letzte Hilfe, die sie von mir erwarten könne, und es würde mich nicht einmal kümmern, ob sie die Maschinen abholen oder mit dem Verkäufer (eine entfernte Verwandte) einen krummen Deal drehen würde. Ebenso wäre für mich auch nicht von Bedeutung, ob ihr nutzloser, prügelnder Dummkopf von Mann diese in ein paar Wochen weiter verscherbeln würde. Ich hätte meine Schuldigkeit mehr als getan und es sei an ihr zu überlegen, wie sie mit der Verantwortung für ihre Tochter umgehen würde.

Wir würden weiterhin Hambantota besuchen, aber ihr Haus, solange dieser Mann dort sei, mit Sicherheit nicht mehr. Sie könne jederzeit mit uns Kontakt aufnehmen, von unserer Seite habe sie gar nichts mehr zu erwarten.

Es war ein trauriger Abschied.

Chammi

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