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Die Witwen von Hambantota

In Sri Lanka werden bis zum heutigen Tag 95% der Ehen von den Eltern arrangiert. Töchter zu haben ist ein schweres Los, und nicht jeder Vater kann es sich leisten, diese zu verheiraten.

Nachdem anfänglich meine feministische Ader gegen dieses System rebelliert hat, musste ich über die Jahre feststellen, dass es so schlecht nicht ist (man betrachte unsere Scheidungszahlen) und auch feststellen, dass sich die meisten jungen Frauen nichts mehr wünschen als zu heiraten.

Beim Verteilen der SpendenBeim Besuchen der Witwen

Der Kühlschrank

Die Waschmaschine

Die Nähmaschine

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ohne Mann und Kinder gilt man in dieser Gesellschaft nichts und sollte man jung verwitwen, gilt man noch viel weniger. Das Wort Witwenrente existiert weder auf singhalesisch noch auf tamilisch, und die Chance auf Wiederheirat ist nur bei kinderlosen Witwen existent. Eine Witwe mit Kindern müsste in Kauf nehmen, dass sich ihr Mann in keiner Weise um die Kinder aus erster Ehe kümmern würde, und somit bleibt sie auf Almosen von Verwandten angewiesen – es sei denn, diese seien alle bei einem Tsunami ums Leben gekommen.

Aus religiösen Gründen sind die Frauen 140 Tage weitgehend vom öffentlichen Leben ausgeschlossen, d.h. sie haben auch keinen Zugang zu Hilfsgütern der Regierung, da man zur Registrierung persönlich erscheinen muss. Natürlich wäre dies den Frauen erlaubt, aber wann immer möglich, halten sich diese lieber an Traditionen – es ist nicht an uns, dies zu be – oder verurteilen. Es sind deshalb auch nur Kinder auf den Fotos und während ich mit meiner Freundin Faye und Roys Frau Mefuza die Frauen besuchte, blieb Humaid und Michel nichts als in der Hitze warten.

Der Kühlschrank wird übergeben

 

 

Uns war unwohl bei dem Gedanken,die Frauen in ihrer Trauer zu stören, oder gar zu befragen. Aber genau das Gegenteil war der Fall, und das Bedürfnis mit Aussenstehenden über ihr Schicksal zu sprechen, war riesig.

Wir haben viele Frauen besucht, ebenso viele Geschichten gehört und jede war erschütternd. Die meisten sind in einer Ecke bei Nachbarn oder entfernten Verwandten untergekommen, und es war manchmal nicht auszumachen, wer mehr Hoffnung auf ein Häuschen der Regierung hatte: die Frauen, oder die Menschen die ihnen Obdach gewährten.

 

 

 

                      

      Roy bei Verteilen der Spenden

Eine Gasflasche wird übergeben

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