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Kindergarten

Wie bereits erwähnt, baut UNICEF keinen Kindergarten auf dem Gelände der Grundschule, da Kindergärten in Sri Lanka privat betrieben werden.

Bei unserem Besuch war die Grundschule genau eine Woche zuvor eingeweiht worden und obwohl die Gebäude grosszügig bemessen sind, steht nun plötzlich kein Schulzimmer mehr für die Kindergärtner zur Verfügung, wie dies vom Direktor der Schule versprochen worden war. Wir trafen den Oberlehrer, die Kindergärtnerinnen und einige Schüler in ei-nem Raum im Oberge-schoss an, das beim Bau als Lehrerzimmer gedacht worden war. Es hat somit auch nicht die Ausmasse, um 60 Kindergärtner unterzubringen.

Im KindergartenDie Kinder

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Oberlehrer beklagte den Umstand, dass wir uns nicht angemeldet hatten, sie hätten sonst das Zimmer schon hergerichtet. Er musste dann einsehen, dass unsere unangemeldeten Besuche Absicht sind und es entspann sich eine längere Diskussion.

Es ist einfach nicht auszumachen, wer schlussendlich von einem Bau eines Kindergartens auf schuleigenem Gelände profitieren würde. Auch ist nach langem Suchen im Internet (jede Organisation listet dort ihre Ausgaben akribisch auf) nicht zu ersehen, von wo und wie viel Unterstützung die Schule als solches bekommt. Der Direktor stellt sich jedoch stur auf den Standpunkt, dass dieses Geld nur den Schulkindern, nicht aber dem Kindergarten zustehen würde.

Ein Mädchen singt uns ein Lied

 

Die Absicht der Kindergärtnerinnen und des Oberlehrers, den Kindern den Kindergartenbesuch weiterhin unentgeltlich zu ermöglichen, ist an und für sich löblich, entspricht aber nicht ganz unserer Idee von nach-haltiger Hilfe.

Bis zum Ende des Jahres werden wir auf jeden Fall die Gehälter der drei Kindergärtnerinnen weiterbezahlen. Die Bitte, diese Hilfe für ein weiteres Jahr zu gewähren, haben wir an Roy Marso weitergeleitet und werden uns auf sein Urteil verlassen, ob er es als sinnvoll erachtet.

Er ist ein Freund unserer Freunde in Colombo, stammt aus Hambantota und leitet dort diverse Hilfs-projekte der Malay Association.

Er war es auch, der uns die Bitte einer diplomierten Kindergärtnerin übermittelt hat die um Unter-stützung für ihren mit einfachsten Mitteln erbauten Kindergartens bat.

Da sie selber ein Haus einer Organisation in Siribopura erhalten hat, die keinerlei zusätzliche Bauten erlaubt, wurde der Kindergarten auf dem Land ihrer Mutter erstellt. Dort sind Bauten erlaubt, die wieder demontiert werden können.

Die Demontage des bestehenden Baus könnte aber durchaus bereits von einem heftigen Sturm erledigt werden.

Wir haben uns mit der Frau, Roy Marso und einem Bauleiter zusammengesetzt und haben beschlossen, einen neuen Kindergarten zu erstellen. Auf einem Fundament kommen spezielle Eckpfeiler zu stehen, die die Dachkonstruktion halten, und die Seiten werden mit Holzkonstruktionen geschlossen. Durch diese Bauweise ist die Baubewilligung erhältlich und das Gebäude könnte als Ganzes abgebaut und auf dem Land der Frau wieder aufgebaut werden, wenn sie in fünf Jahren die Bewilligung dazu erhält.

Auch sind die Kosten mit ca. 3500 CHF trotz der horrenden Preise für Baumaterial niedrig und es können dort ca. 30 Kinder unterrichtet werden. Mit einem viel höheren Dach und Elektrizität für Deckenventilatoren und Wasseranschluss wird der neue Kindergarten ver-gleichsweise fast schon luxuriös.

Wackliger Kindergarten

Auf eine Toilette kann verzichtet werden, da die Toiletten der Häuser aussen angebracht sind und die Kinder somit die des Wohnhauses mitbenutzen können.

In den Gesprächen mit der Kindergärtnerin ha-ben wir ihr dargelegt, dass sie durch das neue Gebäude von Eltern Ge-bühren verlangen kann, wie dies bei allen Kindergärten üblich ist. Die Gebühren wären für die Eltern niedriger als die Kosten für den notwendigen Transport der Kinder nach Hambantota und bei der Annahme von ca. 30 Kindern liesse sich gut ihr Gehalt plus das einer Hilfe erwirtschaften.

Im KindergartenIm Kindergarten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von ihr kam dann auch noch die Idee, das Gebäude an den späten Nachmittagen als Unterrichtsraum für Schüler zu nutzen. In Sri Lanka genügt der alleinige Besuch der staatlichen Schulen nicht  und jedes Schulkind besucht neben dem staatlichen Unterricht noch private Nachhilfe Stunden. Hier sei jedoch erwähnt, dass viele Kinder in Sri Lanka gar nicht zur Schule gehen, auch wenn die Zahlen der Regierung Gegenteiliges behaupten.

Nach gut anderthalb Jahren planen und verwerfen und neu planen sind wir zu dem Schluss gelangt, dass die beste Hilfe in dieser Form geleistet werden kann. Der Kindergarten geht zwar in den Besitz einer Einzelperson über, aber es lassen sich damit für sie, eine Helferin und einen Nachhilfelehrer insgesamt drei  Einkommen erzielen. Bereits in der Schweiz an den Hürden einer Vereinsbildung gescheitert, kam dieses Ansinnen in Sri Lanka erst gar nicht auf.

Bei der Unterstützung eines bestehenden Vereins oder einer Schule vor Ort wären die Nutzniesser für uns nicht mehr feststellbar.

Wir haben mit dem Bauunternehmer einen Vertrag unterzeichnet und ihm eine Anzahlung von 1000$ überreicht. Die restlichen 2000$ gingen auf das Konto des Mikrokreditprogramms und das Geld wird von Roy Marso entsprechend dem Baufortschritt an ihn weitergeleitet.

Der wacklige Kindergarten

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